Hausnamen in Batzenhofen

Hausnamen zeugen einerseits von vergangenen Berufen oder Eigenheiten ihrer Träger, andererseits sind sie schlichtweg praktisch. Dies ist wohl auch der Grund, weshalb sich in Batzenhofen viele alte Hausnamen bis auf den heutigen Tag erhalten haben. Bevor man lange erklärt, welchen Kugelmann man beispielsweise meint, spricht man halt vom "Sattler" oder "Melber" und erzielt so die gewünschte Eindeutigkeit.


Beim Armenhaus
Beim Armenhaus, frühere Hs.-Nr. 44
Abgerissen. Hier steht heute die Mehrzweckhalle.

Die nebenstehende Zeichnung stammt aus dem Jahr 1932.

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Beim Bäck

Beim Bäck, frühere Hs.-Nr. 27
Heutiger Besitzer: Heichele, Sebastianstr. 7

Der Hausname "Bäck" ist, wie viele andere, auf das Gewerbe des Hausbesitzers zurückzuführen. Noch der 2018 verstorbene Anton Heichele arbeitete fleißig in seiner Backstube und versorgte die Batzenhofener täglich mit frischen Backwaren in bester Qualität, bis ihn eine Mehlstauballergie zur Schließung dieses Traditionsbetriebes zwang. Der Name Heichele ist ab 1662 nachgewiesen.
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Beim Bader

Beim Bader (früher auch: Tafernhof, Wiedenbauernhof), frühere Hs.-Nr. 9
Heutiger Besitzer: Janetschek, Stephanstr. 3

Bader und Barbiere waren bis ins 19. Jahrhundert für die Körperpflege und wundärztliche Versorgung der Bevölkerung zuständig. Unter den Handwerkern war es üblich, am Samstag ein Bad zu nehmen und saubere Wäsche anzuziehen. Zum Baden gehörte auch das Kopfwaschen und Kämmen, das Haarschneiden und bei männlichen Badegästen das Rasieren. Dem Bader war es auch erlaubt, mit Salben zu behandeln, Blutegel und Schröpfköpfe anzusetzen, Geschwüre auszuquetschen, Zähne auszubrechen und zur Ader zu lassen.

Zur Brauerei (zum Brui)

Zur Brauerei, frühere Hs.-Nr. 1
Heutiger Besitzer: Diakon. Werk Augsburg e.V. (Altenheim "Sonnenhof"), Martinstr. 9

Schon die Sumerer sollen zerkautes Brot in Wasser zu Bier vergoren haben. Die Ägypter verwendeten dasselbe Verfahren. Im frühen Mittelalter wurden dem Sud allerlei Kräuter, auch giftige, wie Schierling, zugesetzt. Man vermutet, daß die heldenhaft kämpfenden "Berserker" dies im Schierlingsrausch taten. Das bayerische Reinheitsgebot setzte diesem Treiben 1516 ein Ende, nachdem übermäßiger Genuß von Kräuterbier immer wieder zu Todesfällen geführt hatte.

Beim Gori

Beim Gori(bauer) (einst Wagner-Sölde), frühere Hs.-Nr. 22
Heutiger Besitzer: Rößle, Stephanstr. 4

Der Name Rößle ist in Batzenhofen ab 1797 nachgewiesen.

Beim Oberstaller

Beim Oberstaller
Heutiger Besitzer: Maier, Stephanstr. 13

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Beim Grabenmacher

Beim Grabenmacher, Söllmüller, frühere Hs.-Nr. 6
Abgerissen. Heutiger Besitzer des Neubaus: Kraus, Martinstr. 9

Der Name Kraus ist in Batzenhofen ab 1628 nachgewiesen.

Beim Handsjäger

Beim Hansjäger, frühere Hs.-Nr. 24
Heutiger Besitzer: Abbt, Sebastianstr. 1

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Beim Käser

Beim Käser, frühere Hs.-Nr. 28
Heutiger Besitzer: Rößle, Sebastianstr. 9

Der Käser beherrschte die Kunst, wenig haltbare, im Sommer oft überreichlich vorhandene Milch in haltbaren Käse für die kargen Wintermonate umzuwandeln. Im alten Käserhof erinnerte noch eine Transmission und ein großer, noch heute vorhandener Kupferkessel an diese Zeit. Die frühere Käserei war noch bis Mitte der 60er Jahre Milchsammelstelle und darüber hinaus Fachgeschäft für Molkereiprodukte. Dann beherbergte sie eine Metzgerei, die auch Käse im Angebot hatte, doch mittlerweile geschlossen ist. Das Foto zeigt die alte Milchsammelstelle.
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Beim Krieger

Beim Krieger (1826: Schneiderfranzen-Sölde), frühere Hs.-Nr. 17
Abgerissen. Heutiger Besitzer des Neubaus: Weber, Stephanstr. 17
Beim Kugel

Beim Kugel, frühere Hs.-Nr. 33 ½
Heutiger Besitzer: Vöst, Sebastianstr. 2

Der Name Vöst kann in Batzenhofen bis in die Zeit um 1500 zurückverfolgt werden.

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Beim Lutz(enbauer)

Beim Lutz(enbauer), frühere Hs.-Nr. 34
Heutiger Besitzer: Hintermayr, Schmutterstr. 3

Der Lutzenhof, einer der größeren Höfe am Ort, war über mehrere Generationen im Besitz der Reiters. Die Familie ist bereits 1630 nachgewiesen und war einflußreich: Peter Reiter war 1879 - 1882 Feuerwehrkommandant, Josef Reiter war 1919 - 1944 Bürgermeister und Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr. Seine beiden Söhne verstarben jedoch kinderlos.

Beim Melber

Beim Melber, frühere Hs.-Nr. 18
Heutiger Besitzer: Kugelmann, Stephanstr. 19

Melber (auch Melbler) waren Mehlhändler und Mehlverkäufer. Sie lieferten Getreide an den Müller und überwachten den Mahlvorgang, der auf ihr Geheiß so oft wiederholt werden mußte, bis das Mehl die gewünschte Feinheit und Gleichmäßigkeit aufwies. Der Name Kugelmann taucht in Batzenhofen ab 1627 auf.

Beim Metzger

Beim Metzger, frühere Hs.-Nr. 35
Heutiger Besitzer: Reiser, Schmutterstr. 5

Der Beruf des Metzgers ist auch heute noch bestens bekannt. Was allerdings viele bereits vergessen zu haben scheinen ist, daß ihre Salami oder ihr Schnitzel einmal ein lebendiges Tier waren, das nicht nur sein Leben lassen mußte, sondern vorher seinem Besitzer eine Menge an Arbeit, Sorgen und Kosten verursachte.

Beim Moir

Beim Moir (Maierhof), frühere Hs.-Nr. 40
Heutiger Besitzer: Rampp, Martinstr. 3

Der Maier (auch Meier) besaß nicht nur den größten Hof, sondern war auch eine Art früherer Bürgermeister. Das älteste Güterverzeichnis von St. Stephan, dem Batzenhofen früher angehörte, nennt 1401 für Batzenhofen ganze 7 Anwesen: Den großen Meierhof, vier ansehnliche Bauernhöfe, die Schmidhofstatt und die Mühle.
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Beim Nuiber

Beim Nuiber (Neubauer, 1850: Baader), frühere Hs.-Nr. 39
Letzter Besitzer: Holzhauser, Schmutterstr. 4. Abgerissen 2003.

Gehen Sie mit dem Mauszeiger über das Bild, um den heutigen Zustand zu sehen. Das Nuiber-Haus stand auf dem jetzt freien Platz, wo die Autos geparkt sind.

Beim Sattler

Beim Sattler, frühere Hs.-Nr. 33
Heutiger Besitzer: Kugelmann, Schmutterstr. 1

Sattler verarbeiteten in früherer Zeit Leder zu Sätteln, später waren sie auch für Sitzpolsterungen in Kutschen, Innentapezierungen, lederne Verdecke, Lederkoffer und Reisetaschen zuständig. Nicht wenige Sattlermeister widmeten sich ganz dem Kutschenbau.

Beim Schamper

Beim Schamper, frühere Hs.-Nr. 10
Heutiger Besitzer: Geisenberger, Stephanstr. 5

Der Name Schamper ist in Batzenhofen ab 1690 nachgewiesen.

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Beim Schmidjörg

Beim Schmiedjörg, frühere Hs.-Nr. 11
War schon 1624 Dorfschmiede. Abgerissen. Heutiger Besitzer des Neubaus: Dirr, Stephanstr. 9

Der Name Dirr ist in Batzenhofen ab 1771 nachgewiesen.

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Beim Schneider

Beim Schneider, frühere Hs.-Nr. 16
Heutiger Besitzer: Kwasny, Sebastianstr. 28
Beim Steidle

Beim Steidle (Stäudleschneider), frühere Hs.-Nr. 25
Heutiger Besitzer: Ehinger, Sebastianstr. 3

Der Name Ehinger ist in Batzenhofen ab 1706 nachgewiesen.

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Beim Wegmacher

Beim Wegmacher (früher Untervogt), frühere Hs.-Nr. 42
Heutiger Besitzer: Sindel, Martinstr. 5

Vögte waren Beamte zum Schutz gewisser Personen und Sachen. Sie finden sich seit karolingischer Zeit bei Kirchen und Klöstern als Schirmvögte. Daneben gab es Reichsvögte, Landvögte, Schloß- und Strandvögte.

Beim Wanger

Beim Wanger, frühere Hs.-Nr. 26
Heutiger Besitzer: Liepert, Sebastianstr. 5

Wanger ist eine Verballhornung von Wagner. Der Wagner stellte die Holzarbeiten an Wagen für die Güter- und Personenbeförderung sowie an Ackergeräten her. Auch Spinnräder, hölzerne Rechen und Gabeln, Dreschflegel oder Kinderwiegen konnte der Wagner bei Bedarf anfertigen.

Beim Zimmerhans

Beim Zimmerhans, frühere Hs.-Nr. 30
Heutiger Besitzer: Ehinger, Sebastianstr. 12